Knuspriger Rosenkohl mit Sriracha Aioli und Koriander http://galupasvoice.com/knuspriger-rosenkohl/

Knuspriger Rosenkohl mit Sriracha Aioli und Koriander

Haben Sie ein Rosenkohl-Trauma aus Ihrer Kindheit? Dann geht’s Ihnen wie mir. Bei mir entstand es, weil jedes Wildgericht früher mit der obligaten Pflicht einher ging, alles auf dem Teller probieren zu müssen. Pädagogisch war das sicher wertvoll, praktisch eher heikel. Es fing schon bei der grauenhaften Vorstellung an, Bambis Rücken essen zu müssen. Dann lieber die hausgemachten Spätzle oder die glasierten Maroni. Auch Rotkohl ging noch. Aber Rosenkohl niemals. Der schaffte es einfach nicht, sich mit meinem Gaumen anzufreunden, und befand sich damit in bester Gesellschaft mit Blumenkohl, Brokkoli, Zuckerschoten und Schwarzwurzeln.

Es gibt Schlimmeres, werden Sie jetzt denken. Wir haben doch alle unsere Liste mit Speisen, um die wir einen grossen Bogen machen. Leider nur ist meine ziemlich lang. Da stehen auch noch Innereien drauf, Frösche, Schnecken, Sardellen, die meisten Pilze und alles, wirklich alles, vom Schaf und von der Ziege.

Als der unerwünschte Happen fast wie ein Boomerang zurückkehrte

Gerade erst am vergangenen Wochenende drehte mein Magen mal wieder einen doppelten Looping, als das Hirn via Geschmacksknospen meldete: „Feind im Anmarsch!“ Der Robiola Frischkäse auf meinem gerösteten Kürbis war nicht wie vom Kellner versprochen aus reiner Kuhmilch hergestellt, sondern mit Ziege gemischt. Nur ein ordentlicher Schluck aus dem Rotweinglas verhinderte, dass der unerwünschte Happen wie ein Boomerang zurückkehrte. Mein Mann orderte zur Sicherheit noch einen Barolo Chinato obendrauf, die Tischnachbarn zogen ihre Augenbrauen hoch und mir wars äusserst unangenehm.

Würde ich jemals der guten Fee begegnen, dann wünschte ich mir, ab sofort alle Speisen dieser Welt essen zu können. Ich müsste nie mehr sagen: „Das mag ich leider nicht“ oder „Bitte dies, aber ohne das“. Bis dahin übe ich.

Wie man lernen kann, Rosenkohl zu mögen 

Haben Sie auch schon mal geübt, Dinge zu mögen? Ist ziemlich knifflig. Im Fall von Ziege und Schaf scheine ich ein hoffnungsloser Fall zu sein. Aber mit dem Rosenkohl klappt’s inzwischen ganz gut. Beim Gemüse hat man mit zwei simplen Tricks nämlich bereits die halbe Miete: Regel Nr 1: Es darf auf gar keinen Fall überkocht werden, muss also bissfest auf den Teller kommen. Regel Nr 2: es benötigt möglichst viel Schützenhilfe von Kräutern und anderen Gewürzen.

Die zarte Röschen aktivieren das Immunsystem, wirken entzündungshemmend und regulieren den Hormonhaushalt

Erschwerend kommt beim Rosenkohl hinzu, dass dieser – ebenso wie Brokkoli übrigens – Bitterstoffe enthält, die nicht jedermanns Sache sind. Untersuchungen haben gezeigt, dass die Abneigung sogar genetisch bedingt sein kann. Dies erklärt die weit verbreitete Unbeliebtheit des Rosenkohls (in Deutschland zum Beispiel werden pro Kopf und Jahr gerade mal 400 Gramm verzehrt), ändert aber nichts an der Tatsache, dass es sich um ein äusserst nährstoff- und vitaminreiches Winter-Gemüse handelt: Seine zarten Röschen aktivieren das Immunsystem, schützen vor krebserregenden Substanzen, wirken antioxidativ und entzündungshemmend und regulieren den Hormonhaushalt.

Auf soviel Gutes wollte ich nicht aus einer rein geschmacklichen Laune heraus verzichten und machte mich auf die Suche nach spannenden Rezepten. Fündig geworden bin ich vielerorts, aber dieses Gericht mit knusprigem Rosenkohl und Sriracha Aioli vom Blog Minimalist Baker hat die Drähte zwischen mir und dem Rosenkohl so richtig zum Glühen gebracht. Und damit sie nicht gleich wieder erkalten, probiere ich jetzt alle zehn Tag ein neues aus.

Rezept Knuspriger Rosenkohl

  • 350 – 500 g Rosenkohl, Strünke gekürzt, äussere, kleine Blättchen entfernt, gewaschen, halbiert
  • 4-5 EL Kokosöl (oder Kokosbutter oder Frittieröl)
  • 1-2 TL Meersalz
  • schwarzer Pfeffer
  • 3-4 Knoblauchzehen

Rezept Sriracha Aioli

  • 180 g Hummus (gekauft oder selber gemacht)
  • 1 EL Sriracha (oder eine andere Chili-Sauce) 
  • Saft einer halben Zitrone
  • eine Prise Meersalz
  • 1 TL Paprikapulver
  • 1-2 TL Ahornsirup (oder Honig)
  • 1 TL Apfelessig

Topping

  • Frisch geriebener Parmesan (oder veganer Parmesan)
  • 1/2 Bund frischer Koriander (oder Petersilie)

Knuspriger Rosenkohl mit Sriracha Aioli und Koriander http://galupasvoice.com/knuspriger-rosenkohl/ Für die Sriracha Aioli sämtliche Zutaten in einer Schale zu einer homogenen Masse vermengen. Zur Seite stellen.

Den Rosenkohl in eine Schüssel geben, mit der Hälfte des Kokosöls, dem Salz und dem Pfeffer gut vermengen. Eine grosse Bratpfanne erhitzen. Sobald die Pfanne heisst ist, das restliche Öl hineinschütten und soviel Rosenkohl mit der Schnittfläche nach unten in die Pfanne legen, bis diese ausgefüllt, aber nicht überfüllt ist. Eine Minute gut anbraten, dann die Rosenkohl-Hälften mit Hilfe von zwei Wendern umdrehen und auf der anderen Seite eine Knuspriger Rosenkohl mit Sriracha Aioli und Koriander http://galupasvoice.com/knuspriger-rosenkohl/weitere Minute oder zwei anbraten – der Rosenkohl soll am Ende knusprig und leicht gebräunt sein. Anschliessend zusammen mit dem Knoblauch in eine Schüssel geben. Mischen. Erneut mit Salz und Pfeffer abschmecken. 

Sollte nicht aller Rosenkohl in der Pfanne Platz gehabt haben, einen zweiten Durchgang starten und gleich verfahren, bis aller Rosenkohl gebacken ist. Direkt vor dem Servieren mit Parmesan und Koriander bestreuen. Den Rosenkohl mit einer Gabel oder einem Holzstick in der separat servierten Aioli dippen.

Dieses Rezept kann man als Appetizer auf den Tisch stellen, als Fleisch-Beilage servieren oder als Hauptgericht essen. Es ist in knapp 30 Minuten zubereitet.

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